Eloxieren von Aluminium
Beim Gleichstrom-SchwefelsäureVerfahren wird das Aluminiumwerkstück als Anode in ein wässriges
Schwefelsäurebad getaucht während zum Beispiel Bleiplatten als Kathode dienen. Für die Bildung der Oxidschicht wird
grundsätzlich keine Schwefelsäure benötigt, diese dient lediglich zur Erhöhung der Leitfähigkeit des Elektrolyten.
Die Anodisierbedingungen können in Abhängigkeit von der verwendeten Aluminiumlegierung und dem Verwendungszweck stark
schwanken. Das Eloxieren erfolgt über 10-60 Minuten je nach Oberflächengröße und gewünschter Oxidschichtdicke
des Werkstücks. Die Badtemperatur liegt im einem Toleranzbereich und darf keinesfalls überschritten werden, da sonst die
erhöhte Aggressivität der Schwefelsäure das Rücklösungsvermögen der Oxidationsschicht
verstärkt. Die Werkstücke müssen mechanisch befestigt werden, damit elektrischer Strom während des
Oberflächenprozesses durchgeleitet werden kann. An den Kontaktstellen entsteht keine Schicht. Diese Stellen müssen vor
dem Eloxieren vereinbart werden. Alle zu eloxierenden Oberflächen des Werkstücks müssen in das Bad eintauchen, denn nur die der
Säure ausgesetzten Flächen können die Eloxalschicht bilden. Somit bildet sich eine dichte Grund- oder Sperrschicht.
Während des Wachstums der Eloxalschicht erhöht sich deren elektrischer Widerstand und der Stromfluss sinkt, was durch
Spannungserhöhung ausgeglichen werden muss. Die Oxidschicht wird an Stellen, die aufgrund des niedrigen pH-Wertes des Elektrolyten
bereits verstärkt angegriffen sind, mittels der erhöhten Spannung durchschlagen. Aufgrund der fehlenden bzw. nur dünnen
Oxidschicht steigt die Stromdichte stellenweise an. Es kommt zur lokalen Erwärmung, die eine verstärkte Auflösung der
Oxidschicht und somit die Bildung von Vertiefungen zur Folge hat. Aufgrund des hohen Widerstandes der umge-benden Oxidschicht muss der
Ladungsaustausch innerhalb des Elektrolyten durch diese Kanäle erfolgen, wodurch sie offen gehalten werden. Während auf der
umgebenden Oberfläche die Oxidschicht beständig wächst, entstehen aus diesen Fehlstellen Poren, die bis zur Grundschicht hinab
reichen. Also wandelt sich die Sperrschicht nach und nach in die poröse Deckschicht um, während sie sich gleichzeitig vom
Metall aus ständig nachbildet und in das Metall hinein wächst. Nach der Herstellung einer solchen Eloxalschicht, ist die
Grundlage für das Färben geschaffen. Um das Werkstück von Säureresten zu befreien und auch das Farbbad nicht zu
neutralisieren, reinigt man es gründlich in einer Wasserspülung.

